In einer Zeit, die von politischen Krisen, einer deutlichen Zunahme von psychischen Erkrankungen gerade junger Menschen, gesellschaftlicher Unsicherheit, den Folgen von Kriegen und den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels geprägt ist, braucht es Orte, an denen Hoffnung erfahrbar wird. Familien können ein solcher Ort sein. Daran erinnerte Papst Leo XIV. in seiner Predigt zum Jubiläum der Familien am 1. Juni 2025: „Wir sind hier, um „eins“ zu sein, wie der Herr es möchte, in unseren Familien und dort, wo wir leben, arbeiten und studieren: verschieden und doch eins, viele und doch eins, immer, in jeder Lebenslage und in jedem Lebensalter. Meine Lieben, wenn wir uns so lieben, gegründet auf Christus, der „das Alpha und das Omega“, „der Anfang und das Ende“ (vgl. Offb 22,13) ist, werden wir für alle in der Gesellschaft und in der Welt zu einem Zeichen des Friedens. Und vergessen wir nicht: Aus den Familien heraus entsteht die Zukunft der Völker.“
In der Familie entstehen Ermutigung, Trost, Vertrauen und die Bereitschaft, sich gegenseitig beizustehen. In der Familie wird Hoffnung weitergegeben – von den Älteren an die Jüngeren, aber ebenso von Kindern und Jugendlichen an die Erwachsenen. Wieviel Mut und Zuversicht gibt es gerade kranken und leidenden Menschen am Lebensende, wenn sie Besuch von einem kleinen Kind erhalten. Wie hoffnungsvoll strahlen die erfahrungsgesättigten Augen. Die Familie ist ein Ort, an dem Menschen lernen, über den Tag hinaus zu blicken, an gute Entwicklungen zu glauben und daran mitzuwirken, dass das Leben auch in scheinbar ausweglosen Situationen gelingt: „Die auf den Herrn hoffen, laufen und werden nicht müde.” (vgl. Jes 40,31)
Hoffnung lebt von Gemeinschaft – und die Familie ist einer der ersten und wichtigsten Räume, in denen diese Gemeinschaft entsteht und wächst: „Sobald wir geboren wurden, waren wir, um leben zu können, auf andere angewiesen, allein hätten wir es nicht geschafft: Es war jemand anderes, der uns gerettet hat, indem er sich unser angenommen hat, um unseren Körper wie um unseren Geist. Wir alle leben also dank einer Beziehung, d. h. einer freien und befreienden Bindung der Menschlichkeit und der gegenseitigen Fürsorge.“ (Papst Leo XIV.)
Familie als Ort der Hoffnung – das heißt: Hier dürfen Menschen erfahren, dass sie vor aller Leistung angenommen sind, dass ihr Leben Sinn hat und dass sie nicht allein unterwegs sind.